Von den in Deutschland lebenden ca. 14,4 Millionen Kindern leben etwa 18.000 in Regenbogenfamilien. Davon etwa 90 % bei lesbischen Paaren. Meist stammen sie aus früheren heterosexuellen Beziehungen von einer oder von beiden Frauen oder sind durch künstliche Befruchtung gezeugt worden. Adoptiert werden können nur leibliche Kinder, die in die Beziehung gebracht werden. Eine Entscheidung bezüglich einer Änderung dieser Regelung, nämlich das gleiche Recht auf Adoption wie bei heterosexuellen Paaren, scheint im Moment nicht in Sicht. Das Bundesverfassungsgericht hat eine Entscheidung zu diesem Thema aus formalen Gründen vertagt. Anders verhält es sich bei Pflegekindern: Hier haben Homosexuelle grundsätzlich die gleichen Rechte wie Heterosexuelle und können Pflegekinder aufnehmen. Die Herausforderungen, denen sich Eltern stellen müssen, bleiben ebenfalls gleich: Zwar geht es den Kindern was die materielle Seite betrifft meist gut. Die Entscheidung für ein Kind bei homosexuellen oder lesbischen Paaren muss jedoch sehr gut überlegt sein.  Auf diese Paare kommt bei einem Kinderwunsch ein hoher bürokratischer Aufwand zu. Erst wenn alles Finanzielle und Persönliche wirklich geregelt und das Ausmaß der Verpflichtungen geklärt ist, ist der Kinderwunsch realisierbar. Doch auch die Themen Elternzeit oder Mutterschutz, Erbschaft, Steuern und viele andere Bereiche stellen homosexuelle Paare oft vor schwierige Entscheidungen.

Dazu kommt noch, dass die Kinder häufig mit noch ganz anderen Hürden zu kämpfen haben: Eine Studie des Bundesjustizministeriums kam 2009 zum Ergebnis, dass viele Kinder Opfer von Diskriminierung in ihrem schulischen Umfeld werden. Der Weg zur vollen Akzeptanz von Regenbogenfamilien ist also noch nicht abgeschlossen, wenngleich dieses Familienmodell immer stärker in die Mitte der Gesellschaft drängt und dort mittlerweile auch große Akzeptanz erfährt. Die CDU/CSU geführte Regierung hadert allerdings weiterhin mit einer rechtlichen Gleichstellung und warnt vor einer Gefährdung des traditionellen Familienbildes, wohl auch, um die konservativen Anhänger nicht nach rechts zu verlieren. Wo seht ihr die Hauptschwierigkeiten bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Regenbogenfamilien oder der „Homo-Ehe“? Machen eure Kinder ähnliche Erfahrungen in Schule und Alltag? Ich bin gespannt auf euer Feedback.